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Round table Diskussion Paradigmenwechsel in der Weiterbildung

Reicht traditionelle Wissensvermittlung heute noch aus? In welchem Verhältnis stehen Wissen und Kompetenzen? Wie lassen sich Kompetenzen zum Beispiel im Lebenslauf überhaupt darstellen? Diese Fragen standen im Zentrum der zweiten „Blue Hour“ 2012 am 18. April im Wiener Leopold Museum.

Unter dem Titel „Paradigmenwechsel in der Weiterbildung: Von Wissensvermittlung zu Kompetenzentwicklung“ diskutierten vor rund 100 BesucherInnen unter der Moderation von Dr. Michael Roither von der Donau-Universität Krems die Diplom-Pädagogin und Professorin Beatrix Konicek, Vizerektorin der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, Univ.-Prof. Monika Petermandl, Leiterin des Masterlehrgangs „Professional Teaching and Training“ an der Donau-Universität Krems, sowie KommR Gerhard Flenreiss, Geschäftsführender Gesellschafter der MediCare Personaldienstleistungen GmbH. Tenor der Diskussion: Für die Karriere zählen heute Kompetenzen, der Nachweis von Wissen durch möglichst viele Abschlüsse allein genügt nicht.

„Am Ende des Tages zählt Kompetenz, Wissen hat geringe Halbwertszeit “, bringt der Personalberater Gerhard Flenreiss den Trend auf den Punkt. Aber wie lassen sich Wissen und Kompetenzen eigentlich unterscheiden? Monika Petermandl von der Donau-Universität bringt ein praktisches Beispiel: Wer sich vorstellen könne, den unerwartet nicht erschienenen Moderator einer Diskussionsrunde spontan zu ersetzen, beweise Kompetenz.

Doch ist die Schule in der Lage, das dem Nachwuchs auch beizubringen? Ja, meint Beatrix Konicek von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems. „Die Schule von heute ist kein Nürnberger Trichter mehr.“ Schon lange erfüllt sieht Flenreiss die Forderungen nach Kompetenzentwicklung durch das duale Ausbildungssystem in Österreich. Damit können Lehrlinge unter Anleitung der Meister ihr erworbenes Wissen in der Praxis testen.

Wie aber, so der Moderator des Abends, Michael Roither, Leiter des Zentrums für Journalismus und Kommunikationsmanagement der Donau-Universität Krems, lassen sich dann die erarbeiteten Kompetenzen für eine erfolgreiche Jobsuche nützen? Flenreiss sieht hier immer noch den Lebenslauf als Dreh- und Angelpunkt, obwohl dort zumeist nur berufliche Stationen und Abschlüsse gelistet seien. Ideal für Arbeitgeber im Stellenbesetzungsprozess wäre es, wenn BewerberInnen bewältigte Herausforderungen und bearbeitete Materien beschreiben und so eine Fährte zu ihren Kompetenzen legten. Diese unterscheiden sich aber je nach Alter: Bei 20-Jährigen schaue man bei Recruiting auf die Fähigkeit zur Selbstorganisation, bei 50-Jährigen auf die Kompetenz, andere anzuleiten und Wissen weiterzugeben. Österreich.

Ein praktikabler Weg, seine Fähigkeiten darzustellen, seien Kompetenzportfolios als Ergänzung konventioneller Lebensläufe, sind sich die drei DiskutantInnen einig.

„Nicht umsonst sind sich die Begriffe Neigung und Eignung orthografisch sehr ähnlich. Wofür sich jemand begeistere, dafür ist er zumeist auch geeignet. Das ist der erste und wichtige Schritt zur Kompetenz.

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Infos auf der Homepage der Donau-Universität Krems Link